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Gastbeitrag: Das Event als Tool zur Mitarbeiterbindung und -gewinnung.

Oder: Employer Branding ist mehr als Recruiting

Viele Unternehmen stecken bereits im sogenannten „war for talent“. Anderen steht er unmittelbar bevor. Um talentierte Nachwuchskräfte zu gewinnen, müssen Unternehmen aktiv werden. In einer sich ändernden Arbeitswelt kämpfen mehrere Unternehmen um ein Talent und nicht mehr viele Talente um einen Job.Damit Recruiting nachhaltig gewinnen kann, müssen neue Wege gegangen werden. Viele Unternehmen haben das Event – auch abseits der Jobmessen – entdeckt, um sich die künftigen Spezialisten zu sichern.

 

Das Potenzial von Events

 

Kommunikation hat viele Formen. Alle kennen das klassische Logo, viele rechnen auch eine Verpackung zur Kundenkommunikation. Events hingegen werden häufig als notwendiges Übel angesehen und nicht als Instrument begriffen.

„Die kommen doch nur, weil es Freibier gibt“, denkt (und sagt) so mancher Firmenleiter und hat dabei das Gefühl, die Mitarbeiter lägen ihm nur lästig auf der Tasche. Manche wollen auch großzügig sein und ihre Mitarbeiter belohnen. Andere richten Feste aus, in der Hoffnung, dass sich danach die Produktivität erhöht. Wiederum andere erwarten, dass am Tag der offenen Tür, spätestens aber am Tag danach, die Kasse klingelt.

 

Auch wenn das Event bei weitem keine neue Disziplin ist, haben viele Mittelständler das Potenzial noch nicht erkannt. Eine Erfolgsmessung ist in vielen Fällen nicht leicht und wie bei zahlreichen anderen Kommunikationsdisziplinen, lässt sich auch bei Events oftmals keine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung ableiten – oder eine Messung ist mit ähnlich hohen Kosten verbunden, wie das Event selbst.

 

Dennoch glauben viele Unternehmen an das Event. Völlig zurecht, ebnet doch die positive Emotion so manchen Weg für mehr Loyalität, Arbeitszufriedenheit und steigert die Bereitschaft, das Unternehmen zu empfehlen.

 

Events zur Mitarbeitergewinnung

 

Insbesondere in der heutigen Zeit, noch mehr in der Zukunft, kämpfen große und tolle Unternehmen um die sogenannten „High Potentials“. Nachwuchskräfte mit besonderen Fähigkeiten, die bis vor wenigen Jahren automatisch zu den großen Unternehmen gingen und klassische Karrieren anstrebten. Die sogenannten Millenials (geboren ab 2000) haben hingegen ganz andere Wünsche und Anforderungen an ihre Jobs. Ein träger Konzern kann da schnell unattraktiv werden.

Viele Konzerne begegnen dem mit Start-up-Mentalität. Viele weitere haben das Event im Bereich Recruiting bereits als schlagkräftige Waffe erkannt, um sich für den Nachwuchs attraktiv darzustellen.

 

Wie unterstützt das Event im Bereich Recruiting?

 

Es muss nicht zwingend ein Recruiting-Tag sein, bei dem Schüler und Studenten Einblicke in die Arbeiten bekommen oder wo das Start-Up-Image mit Leben gefüllt wird.

Jegliche Form der Veranstaltung zahlt über Mundpropaganda auf die Kommunikationsziele ein. Ein Student hat einen positiven Kontakt mit der Marke und erzählt davon nach der nächsten Vorlesung. Die Kommilitonen tragen die Botschaft weiter. Unter den Studenten aber auch unter potenziellen Arbeitnehmern und ggf. unter Kunden.

 

Die andere Seite: Mitarbeiterbindung

 

Bindet man dazu Mitarbeiter gut in die Präsentationen ein, ergeben sich weitere, positive Faktoren:

 

  1. Die Mitarbeiter beschäftigen sich mit den Vorteilen ihres Jobs. Das ist deutlich besser, als sich über die Nachteile zu ärgern.
  2. Die Mitarbeiter werden zu Markenbotschaftern. Sie genießen Vertrauen und sind ein bisschen stolz, das Unternehmen repräsentieren zu dürfen.
  3. Es ist eine willkommene Abwechslung für die Mitarbeiter.
  4. Sie werden auch davon privat berichten. Familien und Freunde bekommen ein positives Bild des Unternehmens.
  5. Das wiederum fördert das Empfehlungsmarketing.

 

Wie Sie sehen gibt es viele Bereiche, in denen das Event positiv wirkt. Es ist nicht nur die augenfällige „Belohnung“ für die Mitarbeiter. Unterschiedlichste Ziele lassen sich mit einem Event erreichen.

 

Wichtig ist vor allem:

 

  1. Definieren Sie Ihr Unternehmensziel.
  2. Leiten Sie daraus ein übergeordnetes Kommunikationsziel und daraus ein Kommunikationsziel für das Event ab.
  3. Prüfen Sie, ob das Event dieses Ziel auch realistisch erreichen kann.
  4. Definieren Sie Messgrößen für den Erfolg.
  5. Organisieren Sie das Event so, dass die nötigen Anstöße gesetzt werden.
  6. Denken Sie langfristig.

 

Und mein ganz persönlicher Tipp: Binden Sie Ihre Agentur frühzeitig in den Prozess mit ein und spielen Sie mit offenen Karten. Wenn Sie sich als Gönner präsentieren und Ihrer Agentur erzählen, dass Sie die Mitarbeiter nur für das gute Jahr belohnen wollen, eigentlich aber eine Produktivitätssteigerung erreichen wollen, gelingt das vermutlich nicht.

 

05.07.2018

Philipp Ketteler

Experte für Marketing, Kommunikation und Employer Branding

www.concept-brand.de

 

Quelle Titelbild